"Ich hätte mich von allein wahrscheinlich nicht getraut, zur Trauergruppe zu gehen."

Vor meinem ersten Besuch der Trauergruppe war ich war ehrlich gesagt eher skeptisch. Zur Gruppe bin ich über meine Einzeltrauerbegleitung bei den Maltesern gekommen, dort wurde mir das empfohlen. 

Am Anfang ist es mir schwergefallen, mich einzuleben und zu öffnen. Das braucht Zeit. Aber ich habe schnell gemerkt: Die anderen verstehen, wie man sich fühlt. Viele haben ähnliche Erfahrungen gemacht – und manche sind schon ein Stück weiter und kennen Situationen, die mir noch bevorstehen, wie Jahrestage oder Feiertage. Das war sehr hilfreich. 

Für mich ist die Besonderheit, dass man nichts sagen muss. Man darf einfach einfach so sein, so wie man ist. Und trotzdem entsteht irgendwann Austausch – ganz ohne Druck. Auch die Offenheit der Gruppe finde ich wichtig: Wenn man einmal keine Zeit hat, ist das völlig in Ordnung. Man muss sich nicht anmelden und kann einfach wieder dazukommen. 

Mir haben auch die kreativen Angebote sehr geholfen. Durch das gemeinsame Gestalten oder kleine Aktivitäten werden Gespräche oft ungezwungener und ergeben sich ganz von selbst.
Gleichzeitig ist es gut, dass alles freiwillig ist – jede und jeder kann für sich entscheiden, was passt. 
Durch die Trauergruppe habe ich gelernt, besser mit bestimmten Situationen umzugehen – gerade mit schwierigen Tagen oder Anlässen. Es gibt Impulse, die einem wirklich helfen, zum Beispiel kleine Rituale oder Dinge wie Briefe schreiben. 

Heute bedeutet die Gruppe für mich vor allem Halt und Verständnis
Hier bekommt die Trauer einen festen Platz. Und wenn man ihr diesen Raum gibt, dann fühlt sich das richtig an. Nach den Treffen geht es mir meistens besser. 

Man wird in der Gruppe verstanden– ohne viel erklären zu müssen. Es tut mir gut, der eigenen Trauer Raum zu geben, gemeinsam mit anderen und gleichzeitig auch ganz individuell.