„Hier durfte meine Trauer endlich Raum haben.“

Johanna hat lange nach einem passenden Ort für ihre Trauer gesucht.
Viele Angebote passten nicht zu ihrer Lebenssituation – entweder für Kinder oder deutlich ältere Menschen. Erst über eine Bekannte fand sie den Weg zur Trauergruppe am Hülshof. 

„Im Alltag war meine Trauer oft gar nicht so präsent – aber hier hat sie ihren Platz bekommen.“  Beim ersten Treffen hat sie viel geweint.
Und gleichzeitig erlebt: Das ist in Ordnung. Niemand erwartet etwas, niemand drängt. Stattdessen wurde sie aufgefangen – mit kleinen Gesten, offenen Worten und viel Verständnis. 

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein scheinbar kleiner Moment:
Am Ende des Treffens bekam jede*r einen selbstgebastelten „Zauberstab“ – ein schlichtes Holzstäbchen mit einem Glitzerstern.
„Ich habe mich so darüber gefreut – und ich habe ihn heute noch.“  Solche kleinen Dinge sind geblieben. Ein Zeichen dafür, dass neben der Trauer auch anderes wieder Platz haben darf. 

Ein Teil der Gruppe war auch das sogenannte „Buch der guten Dinge“ – Johanna nennt es ihre Kraftquickies.
Darin hat sie Dinge festgehalten, die ihr gutgetan haben. Ganz einfache Momente aus dem Alltag: ein Treffen mit Freund*innen, ein gutes Gespräch, etwas Schönes, das passiert ist. „Das hat mir geholfen zu sehen: Es gibt sie noch – die guten Dinge.“ 

Die festen Abläufe der Gruppe, der Austausch mit Menschen im gleichen Alter und die Begleitung durch eine qualifizierte Trauerbegleiterin haben Johanna geholfen, einen eigenen Umgang mit ihrer Trauer zu finden. Manchmal musste sie sich überwinden, zu den Treffen zu gehen. Und doch wusste sie: Es tut ihr gut.
„Am nächsten Tag ging es mir fast immer ein Stück besser.“